Wednesday, 18th September 2019
18 September 2019

Fall Warmbier: Trump fühlt sich missverstanden

Während sich Donald Trump nach dem gescheiterten Nordkorea-Gipfel selbst in höchsten Tönen lobt, zieht in den USA ein Sturm der Entrüstung auf. Diktator Kim Jong Un habe von Haft und Folter des US-Studenten Warmbier nichts gewusst, da ist der US-Präsident ganz sicher.

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Washington (dpa) – US-Präsident Donald Trump hat auf die heftige Kritik an seinen Aussagen zu dem gestorbenen US-Studenten Otto Warmbier reagiert und von einem Missverständnis gesprochen.

«Selbstverständlich mache ich Nordkorea für Ottos Misshandlung und Tod verantwortlich», schrieb Trump am Freitag (Ortszeit) auf Twitter. Man dürfe nicht vergessen, dass er selbst für Warmbiers Freilassung gesorgt habe.

Er könne es nie leiden, wenn seine Aussagen falsch dargestellt würden, beklagte Trump. Im Besonderen gelte das aber für den Fall von Warmbier und dessen «großartiger Familie». Der Präsident schrieb weiter: «Ich liebe Otto und denke oft an ihn!»

Anfang 2016 war der damals 21-jährige Otto Warmbier nach einer Gruppenreise in Nordkorea bei der Ausreise festgenommen und wegen «feindlicher Handlungen gegen den Staat» zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. 2017 wurde er freigelassen und zurück in die USA gebracht. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2017 starb er – er hatte damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Warmbiers Eltern haben Nordkorea wegen «brutaler Folter und Mord» verklagt und verlangt mehr als mehr als 500 Millionen Dollar (rund 438 Millionen Euro) von dem Regime in Pjöngjang. Sie werfen dem Regime von Machthaber Kim Jong Un vor, es habe Otto Warmbier als Geisel genommen, als politischen Gefangenen gehalten und brutal misshandelt.

Nach seinem Treffen mit Kim Jong Un in Vietnam hatte Trump den nordkoreanischen Machthaber im Fall Warmbier in Schutz genommen und gesagt, er gehe davon aus, dass Kim nichts von der Inhaftierung des jungen Mannes in seinem Land gewusst habe. Das sorgte für große Empörung bei den Eltern des gestorbenen Studenten – wie auch bei Mitgliedern des US-Kongresses.

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