Monday, 25th March 2019
25 März 2019

Wieder eine Flugzeugpanne: Außenminister Maas sitzt in Mali fest

Außenminister Heiko Maas bei der Ankunft in „Camp Castor“: In dem Lager sind etwa 700 deutsche Soldaten im Rahmen der UN-Mission Minusma stationiert. (Quelle: Michael Fischer/dpa)

Merkel, Müller, Steinmeier und jetzt Heiko Maas. Erneut ist ein deutscher Spitzenpolitiker mit einer Regierungsmaschine im Ausland gestrandet. Die Gründe waren zunächst unklar.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) ist wegen einer Panne an seinem Regierungsflieger im westafrikanischen Mali gestrandet. Die Maschine vom Typ A319 konnte ihn am Donnerstagabend nicht wie geplant von der malischen Hauptstadt Bamako zurück nach Berlin bringen. Über den Defekt wurden zunächst keine Angaben gemacht. Maas entschied sich zunächst, in Bamako zu übernachten. Er will am Freitag mit einer Ersatzmaschine zurückfliegen.

Maas nahm es gelassen. „Ich bin jetzt mehr als 300.000 Kilometer pannenfrei geflogen“, sagte er. Irgendwann erwische es jeden. Der Außenminister ist seit Sonntag in Westafrika unterwegs. Mali ist seine letzte Station. Nach dem ursprünglichen Plan sollte er am frühen Freitagmorgen um 4 Uhr in Berlin landen. Jetzt wird er voraussichtlich am Freitagnachmittag oder -abend mit einer Ersatzmaschine vom Typ A340 zurückfliegen.

Pleiten, Pech und Pannenflieger

Der Vorfall reiht sich ein in eine ganze Serie von Pannen bei der deutschen Regierungsflotte. Mitte Januar etwa blieb Entwicklungsminister Gerd Müller in Afrika binnen weniger Tage gleich zweimal liegen. Der CSU-Minister und seine Delegation machten sich in der sambischen Stadt Ndola unweit der Grenze zum Kongo bereits für den Abflug bereit, als plötzlich Rauch aus dem Triebwerk kam. Müller musste einen geplanten Besuch in Namibia danach komplett absagen, Teile verschieben und plötzlich neue Programmpunkte finden, weil er länger in Sambia festsaß.

Regierungsflieger-Panne. Angela Merkel musste mit einem Linienflug zum G20-Gipfel in Buenos Aires weiterfliegen. (Quelle: Reuters)

Vor Monatsfrist traf es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Seine Delegation war im äthiopischen Addis Abeba zu einer Zwangspause verdammt, weil an der „Theodor Heuss“ eine Druckluftproblem festgestellt wurde. Der Schaden konnte noch vor Ort behoben werden. Mit drei Stunden Verspätung hob Steinmeier in Richtung Deutschland ab.

Die wohl brenzligste Panne erlebte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Weg zum G20-Gipfel im vergangenen November. Der Airbus A340 „Konrad Adenauer“ mit Merkel und Finanzminister Olaf Scholz an Bord war schon auf dem Weg nach Buenos Aires, als ein defektes Teil zwei Funksysteme lahmlegte. Merkel und Scholz kamen einen Tag zu spät in Argentinien an – mit einem Linienflieger der spanischen Airline Iberia.
 

 
Das Verteidigungsministerium hat auf den Pannenreigen inzwischen reagiert. Anfang des Monats gab Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen Auftrag über drei neue Langstreckenmaschinen für die Flugbereitschaft der Bundeswehr bekannt. Nach „Spiegel“-Informationen kauft das Verteidigungsministerium drei neue Airbus A350 direkt vom Hersteller, einen davon bereits in diesem Jahr.

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